Eine aktuelle Analyse von KfW Research liefert erstmals belastbare Zahlen für einen Effekt, von dem wir bei Extensio seit Gründung überzeugt sind: Großbatteriespeicher glätten die Preisspitzen am Strommarkt – und der Ausbau in Deutschland nimmt weiter deutlich an Fahrt auf. Die Studie „Batteriespeicher sind Hebel der Energiewende – Großspeicher glätten Strompreise“ (Fokus Volkswirtschaft Nr. 555, August 2026) fasst zusammen, wo der deutsche und europäische Speichermarkt aktuell steht. Wir ordnen die wichtigsten Erkenntnisse für euch ein.
Ein Markt, der sich alle fünf Jahre verachtfacht
Die installierte Batteriespeicherleistung in Deutschland hat sich laut KfW innerhalb von nur fünf Jahren mehr als verachtfacht: Anfang Juni 2026 lag sie bei rund 19 Gigawatt mit einer Gesamtkapazität von etwa 29 Gigawattstunden. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich vom Preisverfall bei Lithium-Ionen-Zellen, der seit 1991 rund 99 Prozent beträgt. Die KfW-Forscher führen das auf eine sogenannte Lernrate von etwa 19 Prozent zurück: Jede Verdopplung der weltweit produzierten Batteriekapazität senkt die Preise um diesen Wert – ein Effekt, der maßgeblich durch die Elektromobilität skaliert wird, auf die 2025 der Großteil der globalen Nachfrage nach Lithium-Ionen-Kapazität entfiel.
Zwar dominieren mengenmäßig noch Heimspeicher den deutschen Markt. Bei Großspeichern – also den Anlagen, die wir bei Extensio entwickeln – zeigt der Blick auf die Netzanschlussbegehren jedoch, wohin die Reise geht: 2024 wurden bei den Netzbetreibern Anfragen für rund 400 Gigawatt Leistung gestellt. Auch wenn davon bislang nur ein Bruchteil genehmigt wurde, entspricht bereits die genehmigte Leistung einer Versiebenfachung des aktuellen Großspeicherbestands.
Der volkswirtschaftliche Nutzen: geglättete Strompreise
Besonders interessant ist der zentrale empirische Befund der Studie: Großbatteriespeicher tragen nachweislich zur Dämpfung von Strompreisschwankungen bei. Für ein Panel aus 13 europäischen Strompreiszonen zeigt die KfW-Analyse, dass eine höhere installierte Großspeicherleistung mit einer spürbar geringeren Spreizung zwischen den täglichen Höchst- und Tiefstpreisen einhergeht. Konkret sinken die typischen Mittagspreise weniger stark ab und die Abendpreisspitzen fallen niedriger aus, je mehr Großspeicherkapazität in einer Preiszone installiert ist.
Auf den deutschen Zubau der vergangenen drei Jahre umgerechnet, bedeutet das laut Studie eine Verringerung der täglichen Preisspreizung um rund ein Fünftel gegenüber einem Szenario ohne diesen Speicherausbau. Bemerkenswert ist dabei ein methodischer Kniff der Autoren: Sie werten bewusst den installierten Bestand statt der tatsächlichen Lade- und Entladeaktivität aus, um sauber zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Als Kontrollgruppe dienen Heim- und Gewerbespeicher, die – da sie primär eigenverbrauchsoptimiert und nicht preisgesteuert laufen – erwartungsgemäß kaum einen solchen Glättungseffekt zeigen. Das stützt die Interpretation, dass der beobachtete Effekt tatsächlich von markt- und preisgesteuerten Großspeichern ausgeht.
Der Netzengpass als größte Hürde
Die KfW benennt aber auch offen, wo die Grenzen des aktuellen Systems liegen. Weil in Deutschland ein einheitlicher Börsenstrompreis gilt, bleiben lokale Netzengpässe für Speicherbetreiber bislang unsichtbar – ein Großspeicher kann rein preisgetrieben laden oder entladen, ohne dass dabei berücksichtigt wird, ob genau an diesem Netzknoten gerade eine Überlastung droht. In Einzelfällen kann das sogar bestehende Engpässe verschärfen. Die Studie sieht in dynamischen, räumlich und zeitlich differenzierten Netzentgelten einen vielversprechenden Ansatz, um Speicher gezielter dorthin zu lenken, wo sie das Netz tatsächlich entlasten – eine Entwicklung, die auch die Bundesnetzagentur derzeit vorantreibt.
Als zweite zentrale Hürde identifiziert die KfW die Netzanschlussverfahren selbst: Von den rund 400 Gigawatt beantragter Leistung im Jahr 2024 wurden nur etwa 6 Prozent tatsächlich genehmigt. Das bestätigt aus unserer Sicht bei Extensio eine Erfahrung, die wir aus eigenen Projekten kennen – etwa aus unserem aktuellen Vorhaben in Chemnitz: Ein sorgfältig vorbereitetes, technisch durchdachtes Genehmigungsverfahren ist heute oft der entscheidende Erfolgsfaktor für ein Batteriespeicherprojekt, mehr noch als die reine Technologiewahl.
Was das für Investoren und Projektentwickler bedeutet
Für uns als Projektentwickler bestätigt die Studie zwei strategische Grundannahmen: Erstens bleibt der Ausbau von Großbatteriespeichern ökonomisch sinnvoll und wird sich angesichts des anhaltenden Kostenverfalls fortsetzen. Zweitens entscheidet zunehmend die Fähigkeit, Netzanschlussverfahren erfolgreich zu durchlaufen und Projekte tatsächlich bis zur Baureife und Inbetriebnahme zu bringen, darüber, wer von diesem Wachstum profitiert – denn nicht jede erteilte Netzanschlusszusage mündet laut KfW auch tatsächlich in einen realisierten Speicher.
Genau hier setzen wir mit unseren Projekten an: von der Standortsicherung über das Genehmigungsverfahren bis zur Umsetzung schlüsselfertiger Großbatteriespeicher.
Quelle: Moritz, H. und Rode, J. (2026). Batteriespeicher sind Hebel der Energiewende – Großspeicher glätten Strompreise. KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 555, 19. August 2026. Zur Studie (PDF)